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Autounfall – Wer hat Schuld? Teil 2

In meinem letzten Blogbeitrag hat sich alles um die Basics zur Schuldfrage gedreht. Dort findest Du alles darüber, warum die Schuldfrage so wichtig ist und was man tun sollte, wenn man sich bei der Schulfrage nicht einig ist. In diesem Blogbeitrag steigen wir tiefer in das Thema ein. Hier findest Du alle Informationen zum Thema Haftungsquoten, also was das eigentlich ist, wie sie ermittelt werden und was das Ganze für Dich bedeutet.

Haftungsquote? Was ist das eigentlich?

Im Idealfall hat einer der beiden Verkehrsteilnehmer den Unfall verschuldet. Dann hätten wir eine Haftungsquote von 100 % zu 0 %. Häufig ist es jedoch so, dass beide Beteiligten einen Teil der Schuld an dem Unfall tragen. In einem solchen Fall legen die Versicherung bzw. Gerichte die Quote, also das Schuldverhältnis fest. Je nach Quote teilt sich dann auch der Anspruch der beiden Verkehrsteilnehmer. Eine Haftungsquote beschreibt also die prozentuale Verteilung des Schuldverhältnisses und somit auch der Ersatzansprüche an einem Unfall, wenn beide Beteiligten an dem Unfall verschuldet sind. Dabei stellt sich natürlich die Frage, wie diese Haftungsquote festgelegt wird.

Wie wird die Haftungsquote ermittelt?

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Grundlegend ist zu sagen, dass es kein Schema gibt, um diese Quote zu bestimmen. Da jeder Unfall auf seine Weise einzigartig ist es immer eine Einzelfallentscheidung. Häufig bieten die Versicherungen schon eine Haftungsquote an. Sollte man sich da allerdings nicht einig sein, muss die Haftungsfrage vor Gericht geklärt werden. Dort wird dann unter Berücksichtigung der Zeugenaussagen, der polizeilichen Unfallakte und ggf. eines Gutachtens des Sachverständigen eine Entscheidung getroffen.

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Wie wirkt sich die ermittelte Quote auf das Zahlungsverhältnis aus?

Um die Frage zu erläutern, hilft ein kleines Beispiel. Wir stellen uns vor, dass ein Polo und ein Mercedes in einen Unfall verwickelt sind. Es wurde entschieden, dass der Polo zu 40 % an dem Unfall schuld ist und der Mercedes zu 60 %. Der Schaden am Polo beträgt 1.000 € und der Schaden am Mercedes 20.000 €. In diesem Fall würde die Haftpflichtversicherung des Polo den Schaden am Mercedes zu 40 % (8.000 €) zahlen, da der Polo zu 40 % an dem Unfall schuld ist. Andersherum würde die Haftpflichtversicherung des Mercedes den Schaden am Polo zu 60 % zahlen, also 600 €. Wichtig dabei ist, dass die Haftpflichtversicherung immer den Schaden des jeweils anderen und nicht des eigenen Fahrzeuges zahlt. Für den Schaden am eigenen Fahrzeug ist die Kaskoversicherung verantwortlich, sofern man eine hat.

Die Haftpflichtversicherungen zahlen also den gegnerischen Schaden je nach Haftungsquote. Dazu gehören aber nicht nur die Kosten der Fahrzeugreparatur, sondern alle aus dem Unfall 

resultierenden Kosten wie die Kosten des Anwaltes, ggf. Schmerzensgeld oder die Kosten des Sachverständigen.

Als Kfz Gutachter Berlin biete ich meinen Kunden in solch einem Fall einen besonderen Service an. Solltest Du in einen Unfall mit ungewisser Haftungsquote verwickelt sein, biete ich Dir an die Kosten für das Gutachten im Verhältnis der Haftungsquoten abzurechnen. So hast Du nicht das Risiko einen Teil der Gutachterkosten aus eigener Tasche übernehmen zu müssen, wenn Du beispielsweise zu 40 % schuld bist und die gegnerische Versicherung folglich um 40 % reduziert zahlt. Voraussetzung dafür ist natürlich Transparenz und Ehrlichkeit beim ersten Gespräch. Sollten einige Fragen ungeklärt bleiben, so lass es mich bitte Wissen und hinterlasse ein Kommentar oder kontaktiere mich einfach direkt.

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Autounfall – Wer hat Schuld?

Ein Verkehrsunfall ist ärgerlich aber kann auch dem besten Fahrer zustoßen, gerade bei dem hektischen Verkehr in Berlin. Oftmals ist ein Verkehrsunfall ein Schock für die Beteiligten, wobei nicht selten beide Beteiligten zuerst der Überzeugung sind, dass der jeweils andere für den Unfall verantwortlich ist. In diesem Blogbeitrag erfährst Du alles darüber warum die Schuldfrage so wichtig ist und was man tun sollte, wenn man sich bei der Schuldfrage nicht einig ist.

Die folgenden Blogbeiträge bauen auf diesem auf und gehen tiefer ins Detail. Dort findest Du unter anderem Informationen zu Haftungsquoten, dem Einigungsprotokoll, wir klären die Frage, ob der Auffahrende immer schuld ist und vieles Mehr.

Bevor man sich allerdings mit der Schuldfrage beschäftigt sollte man sich am Unfallort richtig Verhalten. Dazu findest Du alle nötigen Infos in dem Blogbeitrag: „Wie verhält man sich nach einem Verkehrsunfall richtig?“.

Warum ist die Schuldfrage nach dem Unfall so wichtig?

In Deutschland muss jedes Kraftfahrzeug, welches auf der Straße fährt, Haftpflicht versichert sein. Diese Haftpflichtversicherung ist dafür da die entstandenen Kosten des Unfallgegners zu übernehmen, wenn dieser an dem Unfall nicht Schuld hat. Verursacht also ein anderes Fahrzeug einen Unfall und beschädigt Dein Fahrzeug, übernimmt seine Haftpflicht alle daraus resultierenden kosten wie Reparaturkosten, Gutachterkosten, Nutzungsausfall und so weiter, sodass Dir dadurch kein Nachteil entsteht. Andersherum würde auch Deine Versicherung alle Kosten des Gegners (nicht des eigenen Fahrzeuges) übernehmen, sofern Du den Unfall verursacht hast. Damit wird auch schon deutlich, warum die Schuldfrage nach einem Unfall so wichtig ist. Schließlich möchte die Versicherung die Kosten nur übernehmen, wenn sie das auch muss und dafür muss die Schuldfrage eindeutig geklärt werden.

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Was tun, wenn Uneinigkeit bei der Schuldfrage herrscht?

Es kommt nicht selten vor, dass beide Unfallbeteiligten zunächst die Schuld von sich weisen. Die folgenden Schritte können bei der Klärung der Schuldfrage Abhilfe schaffen.

  • Fotos vom Unfallort
    Nachdem Du Dich vergewissert hast, dass keine Verkehrsteilnehmer gefährdet werden und die Unfallstelle ggf. abgesichert ist sind Fotos das beste Mittel, um den Unfall zu rekonstruieren. Mache Bilder von der Unfallstelle aus verschiedenen Perspektiven aber denk daran: Safety First.
  • Schuldanerkenntnis
    Sprich mit dem Unfallgegner und finde heraus, wie er die Schuldfrage sieht. Sollte er die Schuld eingestehen, frag ihn Dir das Schriftlich zu geben. Nicht selten ändert sich die Meinung des schuldigen nach einem Gespräch mit seinem Anwalt oder einem bekannten. Unterschreibe aber nicht selbst ein solches Geständnis, solltest Du der Meinung sein, dass Du den Unfall verursacht hast. Im Nachgang kann es sich nämlich doch anders rausstellen.
  • Unfallaufnahme durch die Polizei
    Ziehe zur Unfallaufnahme die Polizei hinzu. Die Kollegen nehmen dann die Aussagen beider Unfallteilnehmer auf und erstellen eine Akte über den Vorfall. Diese kann später bei der Klärung der Schuldfrage entscheidende Hinweise liefern. Ein Irrtum ist, dass die Polizei vor Ort die Schuldfrage klärt und abschließt. Die Polizei nimmt nur die Aussagen auf und gibt eine Einschätzung zu der Schuldfrage ab. Dagegen kann aber widersprochen werden und die Klärung der Schuld ist wieder offen. Im Regelfall und bei eindeutigen Unfällen ist die Einschätzung der Polizei jedoch richtig.

Was passiert, wenn die Schuldfrage zunächst ungeklärt bleibt?

Kann die Polizei die Schuldfrage am Unfallort jedoch nicht klären oder wurdest Du beschuldigt, bist Dir Deiner Unschuld aber sicher, kann ein Kfz Gutachter helfen. Schätzt dieser Dich als unschuldig ein, können Deine Ansprüche mit dem Gutachten und am besten mit einem Anwalt bei der Versicherung des Unfallgegners eingefordert werden. Sollte die Versicherung die Schuld ihres Versicherten dennoch abstreiten hilft meist nur noch die Klärung vor Gericht. In der Regel bietet die Versicherung allerdings bei unklarer Schuldfrage einen Vergleich, z.B. 50/50 an. 

Bevor es vor Gericht geht, solltest Du also am besten noch mal Rücksprache mit Deinem Kfz Gutachter und Deinem Anwalt halten. Zumal der Anwalt auch die Akte der Unfallaufnahme der Polizei anfordern kann und die Sachlage und Chancen damit besser beurteilen kann. Solltest Du noch Fragen haben, so lass es mich Wissen. 

Im zweiten Teil unseres Blogbeitrags dreht sich alles um das Thema Haftungsquote. Also, was das eigentlich ist, wie sie bestimmt wird und was das Ganze für Dich bedeutet.